Am schwersten auf der Welt zu verstehen ist die Einkommensteuer

Recht hat er, der Albert!

Haben Sie schon einmal eine Steuererklärung ausgefüllt und dann auch abgegeben? Haben Sie da Ahnung von? Machen Sie das dann selbst oder haben Sie da ihren „speziellen Typen“ für? Ich muss ganz ehrlich sagen – ich habe keinen blassen Schimmer von dem ganzen Kram. Jahr für Jahr rufe ich bei meinem zuständigen Sachbearbeiter an und notiere eifrig, was ich wofür brauche und welches Feld oder Antrag ich auf gar keinen Fall vergessen darf. Generell fehlt dann trotzdem die Hälfte und ich habe acht Monate später noch immer Arbeit damit. Man sieht also: Ich habe nicht gelogen, ich habe wirklich null Ahnung in diesem Bereich. Die folgende Kolumne basiert daher auf gröbstem Halbwissen. Das Halbwissen ist in diesem Fall so unfassbar grob, dass ich jeden Moment ein Fax der österreichischen Regierung erwarte, die mein gesamtes Halbwissen aufkaufen und als Streusplitt für ihre verschneiten Straßen verwenden möchten. Ernsthaft. Die machen sowas. Die spinnen, die Österreicher. Muss an der dünnen Luft liegen. Oder an der Nachbarschaft zu den Bayern. Ich bin nicht sicher.

Das Titel-Zitat stammt vom guten, alten Albert Einstein. Wem der Name nichts sagt: Albert Einstein ist keineswegs die Figur aus einem alten 90er-Cartoon, sondern vielmehr ein deutscher Physiker und Nobelpreisträger. Der musste seine Steuererklärung bestimmt nicht selbst machen. Steuererklärungen sind schlicht und einfach gesagt „totaler Käse“. Im nächsten Jahr brauche ich dringendst professionelle Hilfe. Irgendwer muss mir dabei zur Seite stehen und mir all die kleinen Tricks und Kniffe verraten, mich in die tiefsten Geheimnisse der Geldrauskitzelei einweihen und mir helfen auch das letzte bisschen Geld wieder zurück in meinen Besitz zu holen. So wie in den ganzen Fernsehserien, Filmen und Internetforen. Da tummeln sich so viele angebliche und selbsternannte Experten, die es irgendwie wieder und wieder schaffen, auch den letzten Cent wieder zurück zu bekommen – wie geht das bitte?!

Für mich ist die jährliche Steuererklärung ein ähnliches Mysterium wie ein Rubik’s Cube. Wie? Kennen Sie nicht? Klar doch. Sie wissen schon, diese Zauberwürfel. Diese Spielerei aus den 80ern. Neun Felder pro Seite, alle Seiten müssen farbig zueinander passend gedreht werden. Und halt würfelförmig. Um die Dinger zu lösen braucht man eigentlich auch nur einen simplen Algorithmus. Allerdings bin ich bis heute sowas von nicht in der Lage, einen von diesen Würfeln gezielt und innerhalb eines annehmbaren Zeitraumes zu lösen. Um ehrlich zu sein: In meinem ganzen Leben habe ich erst ein einziges Mal erfolgreich einen Würfel lösen können. Ich weiß bis heute nicht, wie zum Geier ich das geschafft habe. Irgendwann war der einfach fertig. Ähnlich ist es mit der Steuererklärung: Irgendwie schaffe ich es jedes Jahr. Ich brauche zwar etwa siebzehn Anläufe, aber dann macht es „Klick“. Kann allerdings auch sein, dass mein Sachbearbeiter jedes Jahr nur sagt „HalliGalli, was soll’s – ab in die Tonne. Der Mann kriegt seinen Willen!“ Die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben. Im Notfall suche ich mir bei der Erstellung einfach Hilfe. Das sage ich allerdings auch jedes Jahr…

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.