Bohemian Rhapsody auf der UCI-Leinwand

Lange Zeit ist es her, dass ich wirklich die Zeit und Muße für einen ruhigen Kinobesuch hatte. Die Golden Globes haben mir jetzt unwissentlich einen Gefallen getan – denn irgendwie habe ich es einfach nicht geregelt bekommen, es rechtzeitig in Bohemian Rhapsody zu schaffen. Und das hat mich unfassbar stark geärgert, denn den Trailern nach zu urteilen war das ein Werk, welches auf der großen Leinwand besonders gut wirkt.

Abgeräumt bei den Golden Globes

Scheinbar teilen diese Ansicht auch die Kritiker: Bei den Globes hat der Streifen am 6. Januar gleich zwei der prestigeträchtigen Awards eingeheimst. Für Best Motion Picture und Best Actor. Grund genug für unser neueröffnetes UCI-Kino, das Queen-Epos kurzzeitig wieder ins Programm zu nehmen. Und jetzt haben wir uns diese Chance nicht entgehen lassen. Wir saßen im gemütlichen Saal 3 in Nordhorn und konnten so das volle Ausmaß genießen: Ein klares Bild und fetten Sound, Queen hört man einfach voll aufgedreht – so entgehen keine Höhen und Tiefen.

Den Trailer gibt es hier:

Biografischer Queen-Streifen

Bohemian Rhapsody ist ein biografischer Film über die Geschichte von Queen – mit einem starken Fokus auf dem polarisierenden Freddy Mercury, gespielt von Rami Malek. Lead-Gitarrist Brian May wird von Gwilym Lee verkörpert, Ben Hardy spielt Drummer Roger Taylor und Joe Mazello schlüpft in die Rolle von Bassist John Deacon. Allen Charakteren sieht man gewisse Ähnlichkeiten mit den Originalen an. Gerade bei Malek ist es jedoch teilweise arg beängstigend, wie nah die Crew dem bekannten äußeren Vorbild von Mercury kommen.

Die Band Queen beim Live Aid-Konzert. (c) 20th Century Fox.
Die Band Queen beim Live Aid-Konzert. (c) 20th Century Fox.

Aufstieg und Fall und Wiederaufstieg

Es geht also um den Aufstieg der Band von einer unbekannten Studententruppe zu einer der erfolgreichsten Gruppierungen der Musikgeschichte. Und immer mitten im Fokus des Geschehens befindet sich Freddy Mercury – mit steigendem Erfolg stellt er seine Sexualität in Frage, seine Frau lässt sich von ihm scheiden und der persönliche Abstieg nimmt seinen Lauf.

Leichtes Spiel mit Fakten

Dass die Macher des Films (Regie führten Bryan Singer und Dexter Fletcher) an vielen Stellen mit den historischen Abläufen und Fakten jonglieren, um einen möglichst leicht zu verfolgenden Strang darzustellen, das fällt dem geneigten Betrachter kaum auf – mir selbst nur, da ich mich letztes Jahr nach Release des ersten Trailers ein wenig mit der Bandgeschichte und den persönlichen Hintergründen von Freddy Mercury vertraut gemacht habe.

Für mich persönlich ist der damalige Kleidungsstil kein Verlust - aber das ist halt Mode. (c) 20th Century Fox.
Für mich persönlich ist der damalige Kleidungsstil kein Verlust – aber das ist halt Mode. (c) 20th Century Fox.

Wunderschöne Hommage an Queen

Bohemian Rhapsody ist eine bildlich schöne und super vertonte Hommage an das Werk von Queen und insbesondere natürlich den verstorbenen Freddy Mercury – und das gelingt. Die Laufzeit von offiziell 134 Minuten war alles andere als lang – als im UCI-Saal die Lichter angingen, hätte ich gerne noch eine Stunde oder zwei dran gehängt. Einfach nur, um mehr Aufnahmen von den Proben und der Entstehung der einzelnen Stücke zu sehen – denn die Darstellung kommt der eigenen Vorstellung oft so nah: Dort stehen Musiker, die für ihre Werke einstehen.

Film mit Eindruck

Kurzes Fazit: Ein mehr als unterhaltsamer Film, der bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Sicher kein Werk mit einer umwälzenden Botschaft, den man in 20 Jahren im Schulunterricht analysieren wird. Aber das soll und will Bohemian Rhapsody ja auch gar nicht sein. Und das ist gut so.

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.