retype: Star Wars: The Force Awakens

Beinah ein ganzer Monat ist vergangen, seit „The Force Awakens” die Kinos der Welt erobert hat. Seitdem habe ich mir den Film wieder und wieder durch den Kopf gehen lassen. Auf diesen Film habe ich nicht erst seit Episode III gewartet. Vielmehr habe ich seit dem Ende von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ darauf gewartet. Und er hat nicht enttäuscht: „The Force Awakens” ist meiner Meinung nach ein würdiger Nachfolger der alten Trilogie. Vorweg: Dieser Text kann Spoiler enthalten.

Doch der Reihe nach: Worum geht es eigentlich?

Nach „Jedi“ sind gut dreißig Jahre vergangen, das Imperium ist besiegt. Dafür ist jedoch die „First Order“ entstanden – diese Organisation liefert sich einen Kampf mit dem Widerstand. Ganz ähnlich wie damals das Imperium und die Rebellen. Auf dem Wüstenplaneten Jakku trifft die junge Rey auf den desertierten Stormtrooper Finn. Gemeinsam schließen sie sich dem Widerstand unter der Führung von Leia Organa an. Dabei fehlen auch Han Solo und Chewbacca nicht – nur Luke Skywalker, den legendären Jedi muss man erst noch finden.

Das bisher bekannte Expanded Universe ist damit abgeschafft. Abrams und sein Team schaffen eine völlig neue Storyline.

Unter der Regie von J.J. Abrams (Star Trek-Reboots) und mit Walt Disney im Hintergrund entsteht für unfassbare 200.000.000 Dollar ein Film mit einer Lauflänge von 2 Stunden und 15 Minuten. Eine respektable Spielzeit, die der Film auch braucht. Denn es passiert viel. Gefühlt gab es im Vorlauf zu einem Film noch nie so einen Werberummel – egal, wo man auch war: Star Wars war auch da. Im Supermarkt, im Café, im Internet. Star Wars, Star Wars, Star Wars.

Die neuen Hauptrollen werden mit noch recht unbekannten Schauspielern besetzt. Erstmals im Star Wars-Universum steht eine Frau im Vordergrund, es gibt ein neues Dreamteam. Daisy Ridley (Mr Selfridge /Fernsehserie) als Rey, John Boyega (Attack the Block) als Finn und Adam Driver (Lincoln) in der Rolle des Kylo Ren sind super besetzt. Insgesamt betrachtet funktionieren sowohl Schauspieler als auch Handlung gut. Besonders Daisy Ridley kommt unerwartet gut bei den Fans an. Anfangs hatte ich starke Schwierigkeiten mit Adam Driver/Kylo Ren. Setzt man sich allerdings näher mit ihm auseinander, dann rückt der erste Eindruck schnell in den Hintergrund und die wirkliche Performance kommt zum Vorschein. Gefällt mir bis auf einige kleine Stellen sehr gut.

Wieder und wieder kommt der Vorwurf auf, dass Episode VII nur eine Kopie der alten Episoden ist. Inhaltlich gibt es wirklich viele Parallelen, keine Frage. Jedoch ergibt sich aus diesen Parallelen in Verbindung mit den neuen Charakteren und tollen Ideen ein extrem fesselnder Film mit wunderbaren Bildern und einem satten Sound. Eine lieblose Kopie sieht für mich anders aus.

Unbedingt sollte man im Auge behalten, dass wohl noch nie so hohe Erwartungen an einen Film gestellt wurden. Nach dem „Phantom Menace“-Debakel musste dieser Film zwingend ein Erfolg für das Studio werden. Und das ist er.

Das alte Star Wars-Feeling kam bei mir direkt mit dem Vorspann auf und endete erst einige Stunden später, als ich bereits eine ganze Zeit im Bett lag. Abrams zelebriert Episode VII geradezu, Nostalgie sprüht an allen Ecken und Enden des Films ins Publikum und er macht Laune – super!

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.