Rock am Ring 2017 – endlich Home Again!

Endlich wieder Festivalzeit!

Die Festivalzeit ist da. Und wie in jedem Jahr macht sich eine mittelgroße bis große Gruppe aus Nordhorn in der Grafschaft Bentheim auf in die Eifel. Es geht zum Nürburgring. Das große deutsche Festival steht wieder bevor. Rock am Ring ist nach zwei Jahren in Mendig endlich wieder dort, wo es hingehört. Zuhause am Ring.

Fahrerparty und Abfahrt

In diesem Jahr sind wir knapp unter 15 Leute, in der ersten Kolonne fahren fünf Autos in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch los. Es ist kurz vor Juni, entsprechend dunkel ist es, als sich unsere kleine Schar auf dem unbeleuchteten Parkplatz trifft und entsprechend auf die Abfahrt zu Rock am Ring vorbereitet. Die Autos sind bepackt bis oben hin.

Die Fahrerparty vom Vortag steckt so manchem Reisenden noch in den Knochen, dennoch wird die Nachtstille wieder und wieder unterbrochen – die Stimmung ist fröhlich, aufgeregt und ein wenig nervös. Es ist zwei Uhr, mitten in der Nacht. Die kleine Stadt von Nordhorn schläft friedlich.

Endlich wieder am Ring

Der Hinweg verläuft problemlos, die Strecke ist nach zehn Jahren bei Rock am Ring bekannt und schnell geschafft. Jetzt beginnt das große Warten – die Park- und Campingplätze öffnen manchmal erst zur Mittagszeit. Die Hoffnung, dass es bereits im Laufe des Vormittags los geht sind groß – wie in jedem Jahr.

Es wird voll an der Straße, lange Schlangen bilden sich erst am Einlass zu den Park- und dann zu den Campingplätzen. Weiß der Geier, wann die Flächen in diesem Jahr freigegeben werden. Eine Sache ist jedoch sicher: Dann startet das große Gerenne um die Wunschplätze.

Gruppenfoto, diverse Leute fehlen. Foto: privat
Gruppenfoto, diverse Leute fehlen. Foto: privat

D2 – ein Leben lang!

Unsere Truppe campiert seit Jahren auf D2, möglichst nah am Wald. Von hier aus erreichen wir alles zeitnah, das Festival-Gelände ist nur einen großen Katzenwurf weit weg. Würde es nicht bergan gehen, wir müssten nur etwas Anlauf nehmen und dann drei Mal elegant stolpern.

Routiniert werden Zelte und Pavillon aufgebaut, das Camp steht innerhalb kürzester Zeit. Naja. Kurz ist hier relativ. Zwischendurch werden zwei, drei Döschen feinstes Pils durch den Schlauch geschraubt. Und auch der Untergrund ist gewohnt widerspenstig: Etwa 5 Zentimeter unter der Grasnarbe befindet sich eine dichte Schotterschicht. Hat einerseits den Vorteil, dass ein Schlammdebakel wie im Jahr 2016 in Mendig erschwert wird – gleichzeitig kloppt man dabei jedoch jeden zweiten Hering in die ewigen Jagdgründe.

Die Camptage – dürfte gern länger sein

Ich sag’s, wie’s ist: Auf die Bands könnte ich bei Rock am Ring locker verzichten. Die Tage im Camp sind einfach nur verrückt. Zu diesem Festival kommen jedes Jahr unzählige gleichgesinnte und verrückte Musikfans. Auch wenn der Veranstalter aus den unterschiedlichsten Gründen immer neue Auflagen erfindet, so lässt die Meute sich nicht aufhalten: Nagelstämme, Kicker- und Beer Pong-Tische – das sind ja noch Kleinigkeiten. Auf dem einen Gelände wird pünktlich die allmorgendliche Biermesse abgehalten, zu der reichlich Bier statt Weihrauch geschwenkt wird.

Bei uns im Camp wird das zehnjährige Jubiläum bei Rock am Ring mit einer zünftigen Trauung gefeiert. Inklusive Blumenmädchen, Bierrutsche und Ringen aus Euro-Stücken und Bierdosen. Da ist eigentlich alles am Start. Schade eigentlich, dass der Camping-Teil immer so schnell vorbei ist.

Das Festival – es bockt!

Musik wird bei Rock am Ring auch gespielt. Das Line-up sah für dieses Jahr recht ordentlich aus – Rammstein, Die Toten Hosen und System of a Down als Headliner. Kann schon einmal nicht so viel schief gehen. Nebenbei kann man sich auch Beginner, Alter Bridge, Beatsteaks, In Flames und Five Finger Death Punch geben. Von Simple Plan, Kraftklub und vielen anderen braucht man gar nicht erst zu reden – ein rundes und gesundes Line-up in diesem Jahr.

Leider wird das Festival bereits am Freitag unterbrochen – Veranstalter und Behörden bitten alle Teilnehmer schleunigst und in Ruhe auf ihre Campingplätze zu ziehen. Das Gelände wird untersucht, an jeder zweiten Ecke stehen Ordner und Polizisten. Terrorwarnung am Ring.

Eine Trauung gab es auch - Bat-/Superman als Pastor. Foto: privat
Eine Trauung gab es auch – Bat-/Superman als Pastor. Foto: privat

Party und Einigkeit statt Terror

Nach einem anfänglichen Schrecken stört uns das soweit herzlich wenig. Wir gehen ins Camp, befeuern den Grill und feiern gemeinsam mit unseren Nachbarn ein großes Fest. Die Laune wollen wir uns nicht vermiesen lassen. Entsprechend gelöst ist die Stimmung bei allen Leuten – immerhin ist Rock am Ring nur einmal im Jahr.

Der Rest des Festivals vergeht wie im Flug. Am Samstag geht der gewohnte Festivalalltag wieder los, die Bands liefern ihr Programm ab. Es gibt kleine Änderungen im Spielplan, die Menge feiert munter weiter. Party und Einigkeit statt Terror sind das Motto! Und Bier eben.

Kurz und knapp: Rock am Ring ist geil!

Um es kurz zu sagen: Rock am Ring war auch im Jahr 2017 wieder ein voller Erfolg. Gute Musik, massig Stimmung und eine starke Gemeinschaft. Wir freuen uns auf das nächste Jahr, weiterhin am Nürburgring.

Denn endlich können wir sagen – endlich Home Again!

 

 

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.