SebCheck: Assassin’s Creed Odyssey

11x Assassin’s Creed – Ubisoft liefert

Ubisoft hat mit dem ersten Assassin’s Creed im Jahr 2007 ein unfassbar erfolgreiches Franchise begründet: Mit Assassin’s Creed Odyssey ist nun am 5. Oktober der elfte Teil der Meuchelmörder-Saga erschienen. Und ich bin ganz ehrlich: Mit den letzten beiden Teilen hat Ubisoft der Serie wieder neues Leben eingehaucht – frischer Wind pustet durch die Welt und bringt das Spiel eine ganze Ecke weiter. Ich habe mich für diesen Angezockt-Beitrag einmal an die Xbox One gesetzt und getestet – läuft! Verfügbar ist der Titel auf Xbox One, PlayStation 4 und PC.

Vom Außenseiter zum Helden

Das Setting von Assassin’s Creed Odyssey hatte mich anfangs irritiert, mit jeder neuen Information war ich aber dann doch irgendwie mehr und mehr begeistert – das kann klappen, habe ich mir gedacht: Im fünften Jahrhundert vor Christus tobt im antiken Griechenland der Peloponnesische Krieg zwischen Sparta und Athen. Von der eigenen Familie zum Tode verurteilt, habe ich als Spieler die Wahl zwischen den beiden Charakteren Alexios oder Kassandra – ein episches Abenteuer steht bevor. Auf der Suche nach seiner mystischen Herkunft erleben wir eine Verwandlung vom jungen Außenseiter in einen legendären Helden. Klingt fett, ist es auch.

Fette Kämpfe gegen viele Gegner - geil und episch!
Fette Kämpfe gegen viele Gegner – geil und episch!

Klasse, es ist Krieg

Wir befinden uns also im antiken Griechenland. Das Land befindet sich noch nicht in einer Wirtschaftskriese wie vor wenigen Jahren, vielmehr herrscht Krieg: Teils offen, teils verdeckt bekriegen sich die einzelnen Staaten der griechischen Welt. Und wir befinden uns ruck-zuck mittendrin und müssen irgendwie wieder diese Welt retten. Na klasse.

Wahl zwischen zwei Charakteren: Alexios und Kassandra

Ich entscheide mich für Alexios, nicht für Kassandra. Und ganz schnell wird klar, dass Ubisoft mit diesem neuen Assassin’s Creed weitere, unbekannte Wege beschreiten möchte: Schon mit Origins gab es viele Neuerungen, diese Entwicklung führt Odyssey nun weiter. Das Assassinen-Franchise entwickelt sich mehr und mehr in ein Rollenspiel mit einer offenen Spielwelt. Und meiner Meinung nach wirkt das sehr gut – in den meisten Fällen.

Es wird mystischer - die alten Götter sind noch spürbar.
Es wird mystischer – die alten Götter sind noch spürbar.

Hauptstory und eine Fülle an Nebenquests

Während wir der Hauptstory folgen und uns zu einem legendären Krieger entwickeln, finden wir eine Fülle an Nebenquests – wir bekommen Erfahrung, Gold und andere Ressourcen für allerlei erledigte Aufgaben. Durch verdiente Skillpunkte schalten wir neue Fähigkeiten frei und können unseren Assassinen so an unseren eigenen Spielstil anpassen. Und da sind einige mächtige Skills dabei – der Publikumsliebling ist wohl der fette Spartaner-Kick, bestens bekannt aus dem Leinwand-Epos 300 mit Gerard Butler.

Offene Spielwelt zum Herumstreunen

Die wunderschöne, offene Spielwelt lädt uns zum Herumstreunen und Erleben ein, wir bewegen uns frei durch die Welt – und stoßen dabei auf so manche historische Persönlichkeit. Und ganz ehrlich: Die Animationen in der Welt gefallen mir, die Landschaften wie Ebenen, Wälder und Berge sind wunderschön. Problematisch: Ab und an verrennt sich Alexios beim Klettern in plötzlich auftauchenden Felswänden oder unser NPC-Gegenüber starrt beim Gespräch ohne zu Blinzeln mit irrem Blick ins Leere. Kann vorkommen, ist aber eher selten und schmälert den Spielspaß nicht.

Tiere, Soldaten, Banditen - viele Kämpfe erledigen wir mit dem Bogen.
Tiere, Soldaten, Banditen – viele Kämpfe erledigen wir mit dem Bogen.

Viel Inhalt versprochen – und geliefert

Vielmehr zieht mich das antike Griechenland in den Bann. Assassin’s Creed Odyssey verspricht wirklich viel Inhalt – und den bekommen wir. Griechenland ist riesig und mit unserem Schiff (ja, die Seeschlachten sind wieder dabei) können wir von Insel zu Insel reisen. So ein wenig wird es aber auch zum Problem – die Spielwelt ist riesig, Odyssey möchte ein RPG mit einer großen, offenen Spielwelt sein – und dabei bleibt ab und an ein wenig die Story auf der Strecke. Ich habe einfach zu viel Ablenkung, zu viele praktische Nebenaufgaben, die mir eine Chance auf bessere Ausrüstung versprechen. Etwas mehr Fokus auf die Handlung hätte mir schon sehr gefallen.

Seeschlachten sind in Assassin's Creed Odyssey auch wieder dabei.
Seeschlachten sind in Assassin’s Creed Odyssey auch wieder dabei.

Der nächste Schritt zum großen Open World-RPG

Das macht Assassin’s Creed Odyssey jedoch auf keinen Fall zu einem schlechten Spiel – für mich ist Odyssey nach Origins der nächste logische Schritt: Hin zu einem wirklich starken Rollenspiel, in einer wunderschönen Spielwelt und historischen Charakteren. Die mystische Erweiterung sorgt zudem für ein wenig Pfeffer und das Kampfsystem ist auch deutlich weiter, als manche Vorgänger. Es macht mir Spaß, meinen Charakter zu skillen und mit neuem Equipment zu versehen – nebenbei gestalte ich mein Schiff und kontrolliere so auch die Meere. Irrer Spaß, ein kleines Piratenschiff mit Volldampf zu rammen und entweder zu entern oder zu versenken.

Ich bin gespannt, was Ubisoft als nächsten Titel in der Hand hat – und bis dahin habe ich noch ein wenig mehr Spaß mit Assassin’s Creed Odyssey!

Dieser Beitrag erschien zu erst als „Angezockt“ auf emp.de.

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.