So viele Kartenhäuser!

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Habt ihr eine Serie oder eine Show, die ihr regelmäßig und ungeduldig verfolgt? Woche für Woche warten wir auf eine neue  Folge, damit es endlich in der Geschichte weiter geht. Und wenn die Staffel vorbei ist, dann dauert es Ewigkeiten, bis die nächste Reihe abgedreht ist. Furchtbar. Wahnsinnig. Richtig gut!

Aktuell hat mich die amerikanische Webserie „House of Cards“ völlig in den Bann gezogen. Grundsätzlich basiert die Serie auf der britischen Vorlage „House of Cards“ vom BBC. Diese Vorlage geht wiederum aus dem Roman „House of Cards“ hervor. Eine ganze Menge Häuser. Für mich ist es aber die amerikanische Version. Aus einem ganz einfachen Grund: Kevin Spacey ist in dieser Rolle schlicht der Wahnsinn.

Kurzer Überblick: Zu Beginn der ersten Staffel wird der erfahrene und eiskalte Politiker Francis „Frank“ Underwood (brillant gespielt von Kevin Spacey) der versprochene Posten als US-Außenminister vorenthalten, er soll seine Position als „Majority Whip“ behalten. Die Aufgabe des „Majority Whip“ ist es schlicht und einfach bei wichtigen Abstimmungen für eine Mehrheit seiner Partei zu sorgen. Underwood ist gut, nein: sehr gut, in diesem Job. Er ist generell gut in allem was er tut. Kleinigkeit. Als ihm jedoch sein Aufstieg vermasselt wird, beginnt er eiskalt mit seinen Gegnern und Widersachern abzurechnen. Sein Ziel wird dem Zuschauer schnell klar: Der bequeme Sessel hinter dem großen Schreibtisch im Oval Office ist für ihn bestimmt.

Was macht diese Serie so besonders? Zum einen die Handlung, die Charaktere und die Stimmung. Kevin Spacey ist ein berechnender Politiker, der skrupellos alles und jeden aus dem Weg räumt. Dabei sind die Probleme so vielfältig und seine Lösungen werden immer unfassbarer. Zum anderen ist „House of Cards“ ein Projekt des Onine-Senders Netflix, der vor einigen Wochen auch in Deutschland an den Start gegangen ist. Anstatt alle Folgen in einem wochenmäßigen Rhythmus zu veröffentlichen, zwischendurch Pause zu machen und den Zuschauer unnötig auf die Folter zu spannen, hat das Portal simpel alle 13 Folgen der ersten Staffel an einem Stück veröffentlicht – und die Fans haben es gefeiert bis zum Geht-nicht-mehr.

„House of Cards“ ist für mich momentan DIE Serie. Allerdings habe ich gestern die letzte Episode der zweiten Staffel abgeschlossen. Also war es wohl eher DIE Serie. Ganz schlecht. Jetzt geht die Suche wieder los, meine Liste mit noch nicht gesehenen Serien füllt fasst Bände. Das sind Probleme, die ich mir als Kind nie erträumt hätte. Da habe ich bereits vor dem Frühstück acht Mal die gleiche Kassette von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ gehört. Übrigens eine Kindheitserinnerung, die mir durch die aktuelle Kino-Verfilmung fast genommen worden wäre.

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.