retype: Rogue One: A Star Wars Story

„Star Wars“ in anders – aber super!

Seit 1977 zieht die „Star Wars„-Saga Kino- und TV-Fans in ihren Bann. Nach den heftig kritisierten Prequels dürfen sich Liebhaber der Reihe seit dem Release von „Force Awakens“ auf eine neue Trilogie freuen. Jetzt wird jedoch nachgelegt: Mit „Rogue One: A Star Wars Story“ startet der erste Film der „Anthology“-Reihe. Die Trailer versprechen einiges – kann das fertige Werk die Erwartungen erfüllen?

Zeit für ein neues retype.

Ganz von vorn – worum geht es?

Die Handlung spielt zwischen „Episode III – Die Rache der Sith“ und „Episode IV – Eine neue Hoffnung„. Die Republik bricht zusammen, das Imperium übernimmt die Kontrolle. Der Orden der Jedi im Grunde ausgelöscht, dunkle Zeiten stehen der gesamten Galaxie bevor.

Doch es gibt Hoffnung: Die Rebellen sammeln sich und erfahren durch Glück (oder durch die Macht?) von der Konstruktion des ersten Todessterns; einer gewaltigen Kampfstation im Weltall. Dieses Konstrukt hat eine ganz besondere Schwachstelle – dafür benötigt der Widerstand jedoch die gesamten Baupläne. Ein wagemutiger Plan entsteht…

Bekanntes Setting – neue Gesichter?

Das Setting ist klar, die Geschichte spielt unmittelbar vor „Episode IV“. Können wir uns also auf neue Gesichter freuen?

Ganz klar: Ja! Regisseur Gareth Edwards und sein Team haben da eine beeindruckende Truppe versammelt. Felicity Jones spielt die Titelheldin „Jyn Erso“, Mads Mikkelsen ihren Vater „Galen Erso“, Diego Luna gibt die Rolle des erfahrenen Rebellen „Cassian Andor“.

Mit im Boot sind auch Ben Mendelsohn als „Direkter Orson Krennic“, Donnie Yen als „Chirrut Îmwe“, Alan Tudyk spricht den Druiden „K-S20“. Und auch Forest Whitaker in der Rolle des extremistischen Freiheitskämpfers „Saw Gerrera“ ist mit der von der Partie. Besonders freue ich mich allerdings über einen Schauspieler, den wir gar nicht zu Gesicht bekommen: James Earl Jones leiht „Darth Vader“ wieder seine Stimme. Ganz, ganz stark!

Soweit so gut – und sonst?

„Rogue One“ eröffnet die „Anthology“-Reihe. Filme aus dem „Star Wars“-Universum; mal mit bekannten Gesichtern und Namen, dann wieder mit neuen Rollen. Dementsprechend ist „Rogue One“ auch kein typischer „Star Wars“-Film für die ganze Familie. Er ist düster. Es geht um die schmutzige Seite der Rebellion, die Verzweiflung und Taten, über die in der Regel keine Helden-Epen verbreitet werden.

Die Hauptprotagonisten der Allianz sind Killer, Spione und Saboteure. Sie begehen schlimme Taten für einen guten Zweck. Und jetzt wollen sie die Galaxie retten. Verrückt und stark!

Screenshot: Youtube
Screenshot: Youtube

Dass die Story recht flach ist, damit habe ich kein Problem. Gareth Edwards und seine Kollegen wollten einen epischen Kriegsfilm ohne überflüssige Verherrlichung der Helden. „Rogue One“ ist geradlinig und beeindruckend. Innerhalb kurzer Zeit sind die grundlegenden Beweggründe der Titelhelden klar und verinnerlicht.

Wir können uns also direkt auf die unfassbaren Bilder einstellen – ein waghalsiges Feuergefecht in einer überfüllten Stadt, eine halsbrecherische Weltraumschlacht und ein unbegreiflicher und dramatischer Sturm auf einen Strand.

„Rogue One“ überzeugt an fast allen Stellen: Die Bilder sind schlicht grandios, Ton und Effekte sind extrem stimmig. Viele kleine Easter Eggs sind besonders für „Star Wars“-Liebhaber versteckt. Die Charaktere wissen in ihrer begrenzten Zeit zu gefallen, der Cast ist gut gewählt. Von der Musik brauche ich gar nicht erst anfangen: Michael Giacchino und John Williams haben alle Register ihres Könnens gezogen.

Einzig die deutsche Synchronisation gefällt mir an einigen wenigen Stellen und Charakteren nicht besonders. Das ist allerdings arge Geschmackssache und rein subjektiv.

Kurz und knapp:

Mit „Rogue One: A Star Wars Story“ liefert Regisseur Gareth Edwards ein bombastisches Feuerwerk, 134 Minuten bester Kino-Unterhaltung.

Sebastian Lindschulte

Sebastian Lindschulte führt diesen Blog - alle Beiträge stammen aus seiner Feder. Oder Tastatur.